![]() Das, was Erwin Sattler und Liebhaber feiner mechanischer Zeitmesser unter Präzision verstehen, hängt von vielen Aspekten ab. Oftmals sind es unscheinbare Kleinigkeiten, die das berühmte Tüpfelchen auf dem »i« ausmachen. Dazu gehören beispielsweise optimal geformte Zähne für einen leichten, verschleißarmen Ablauf des Räderwerks, die richtigen Materialien oder eine möglichst perfekte Kompensation atmosphärischer Störungen. Jeder dieser Parameter verbessert das Gangresultat oftmals nur um Sekundenbruchteile. Aber genau dies macht in der Summe aus einer Großuhr eine Präzisionspendeluhr. Diesen zahlreichen Details widmet sich die eigene Forschungs- und Konstruktionsabteilung der Manufaktur Erwin Sattler mit großer Hingabe. Sie sieht ihre Aufgabenstellung in der ständigen Optimierung und Weiterentwicklung mechanischer Präzisionszeitmesser. Um historische Annahmen und Erfindungen auf ihre Alltagstauglichkeit im 21. Jahrhundert hin zu überprüfen, werden modernste Messtechniken eingesetzt. Bevor diese in den Produktionsprozess einfließen, werden die solcherart gewonnenen theoretischen Erkenntnisse in Prototypen ausführlich getestet. Unsere rechnergestützten Räderwerkskonstruktionen, hohe Zahnzahlen bei den verschiedenen Rädern sowie die konsequente Ausstattung der Werke mit Stein- und Präzisionskugellagern gewährleisten eine optimierte Kraftübertragung. Diese spart bis zu fünfzig Prozent des Antriebsgewichts ein. Das wiederum steigert – wie auch Nicht-Techniker leicht nachvollziehen können – die Lebensdauer der Uhrwerke beträchtlich. Zur Qualitätssicherung unterhalten wir ein in seiner Art einzigartiges Messlaboratorium. Hier können unsere Konstrukteure unter konstanten Bedingungen unterschiedlichste Umgebungseinflüsse auf Uhrenpendel analysieren. In unserer neuen Druckkammer untersuchen wir zum Beispiel das Verhalten einzelner Pendelkonstruktionen unter verschiedenen atmosphärischen Bedingungen. Daraus werden Luftdruckkonstanten errechnet. Letztendlich ermöglicht die gezielte Auswertung der Forschungsergebnisse eine effiziente Kompensation der Einflüsse von Luftdruck- und Temperaturschwankungen auf den Gang unserer Präzisionspendeluhren. Auf diese Weise lassen sich Gangabweichungen auf Werte im Bereich bis zu wenigen Sekunden im Monat begrenzen. Ungewöhnliche oder auch unkonventionelle Materialien liefern uns neue Antworten auf alte Fragen: Aufzugsgewichte aus Wolfram, Pendelstäbe aus Superinvar, extrem reibungsarme Präzisionskugellager oder weiter entwickelte Barometerdosen zur Luftdruckkompensation sind nur einige Beispiele. Dies verdeutlicht, warum Richard Müller, Mitinhaber und technischer Leiter der Manufaktur Erwin Sattler, kontinuierlich große Summen in den Ausbau der Forschungs- und Konstruktionsabteilung investiert. Nur so lassen sich heute Fortschritte auf dem Gebiet mechanischer Präzisionszeitmessung erzielen. Gleichzeitig erhalten unsere kreativen Konstrukteure dadurch jenen Freiraum, den sie zur Realisierung ihrer Visionen und Ideen zwingend benötigen. Uhren für Generationen |



